Studienfahrt nach Polen vom 20.-27. Mai 2006


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Bericht über die Studienreise (Fotos der einzelnen Reisestationen finden Sie in der Fotogalerie)

1. An der Studienfahrt nahmen insgesamt 37 Mitglieder und Gäste des Vereins teil (Teilnehmerliste und Reiseroute siehe unten). Die Reise diente neben den Kontakten zu den Partnern in Kórnik insbesondere zur Vertiefung der Kenntnisse über unser Nachbarland Polen und führte von Kórnik über Schloss Antonie und Kalisz (Geschichte) nach Krakau (Geschichte und Kultur), Auschwitz (Das Dritte Reich: Polen, Juden und Deutsche), Tschenstochau (Kirche in Polen) und Oppeln (Oberschlesien heute) nach Breslau (Geschichte Schlesiens). In Polen wurde die Reise per Bus durchgeführt. Die Anreise nach Posen und die Abreise von Breslau erfolgten per Bahn. Einige Mitreisende benutzten ihren eigenen PKW.

2. In Kórnik wurden die Reisenden von BM Lechnerowski, Herrn Hinc, Frau Matelska und Frau Liebert auf dem Festplatz empfangen und betreut. Später gesellten sich weitere offizielle Kórniker dazu. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit: es begann zu regnen und die ermüdeten Reisenden zogen sich in das Hotel zurück.
Am Sonntag besuchten die Gäste das Rathaus, in dessen Eingangshalle BM Lechnerowski der Gruppe die hervorragend gestaltete Ausstellung über Königstein präsentierte, die aufgrund ihrer Positionierung allen Kórniker Bürgern zugänglich ist. Vor dieser Kulisse überreichten dann Herr Schwope und Frau Reimer den Kórniker Preisträgern des Europäischen Jugendpreises der Stadt Königstein im Beisein zahlreicher Bürger ihre Preise und Urkunden.
Nachmittags bestand Gelegenheit zum Besuch der Messestadt Posen (mit Dom und Altstadt), der auch von den erstmals hier weilenden Reisenden mit Interesse wahrgenommen wurde.
Trotz des Festes der Weissen Dame war die – wohl wahlkampfbedingte – Anspannung spürbar. Keine der Gruppierungen um den BM bzw. seinen Gegenkandidaten trat gegenüber dem Partnerschaftsverein öffentlich in Erscheinung. Dies könnte nach Meinung des BE so aufzufassen sein, dass die Partnerschaft auf Seiten Kórniks bisher nur eine Angelegenheit des BM ist; von daher wird es dringend erforderlich, die Kirche und die Bürger stärker einzubinden und weiterhin die Gründung eines eigenen Vereins dringend zu empfehlen.

3. Am Montag, den 22. Mai, ging es dann in einem polnischen Reisebus weiter in Richtung Krakau. Die Landschaft ist eine von der Eiszeit flach gehobelte Ebene mit Wäldern und zunächst großflächigen Raps- und Getreideflächen, in die hin und wieder Bauernhöfe und Dörfer eingebettet sind. Weiter nach Südosten beginnen leichte Bodenerhebungen; die Flächen werden kleinteiliger und weisen auch Wiesen auf. Die Straßen haben oft Alleencharakter.
In Kalisz, der ältesten Siedlung Polens wurde kurz gerastet. Dann ging es weiter in Richtung Bytom (Beuthen). Auf dem Weg besuchte die Gruppe das architektonisch und geschichtlich interessante frühere Jagdschloss des Fürsten Raziwill in Antonie, bevor dann im früheren Kreuzburg Mittagspause gemacht wurde.
Von Beuten wurde das Kohlenrevier nordöstlich umfahren, bevor es dann ab Jaworzno auf der Autobahn nach Krakau ging. Die Strecke verläuft nördlich der Weichsel über leichte Anhöhen, von denen man einen guten Blick auf die südlich gelegen Beskiden hatte.
Krakau war fast 600 Jahre lang polnische Hauptstadt und hat den 2. Weltkrieg weitgehend unzerstört überstanden. Die Innenstadt mit Markt, Marienkathedrale, Tuchhallen und Wawel wurden nach Ende der sozialistischen Herrschaft liebevoll restauriert. In der Marienkathedrale, der früheren Domkirche Karol Woytilas (Papst Johannes Paul II), steht der berühmte holzgeschnitzte Marientod-Altar von Veit Stoß. Der Wawel, auf einer Anhöhe über der Weichsel gelegen, war zeitweilig die Residenz der Könige und die Wawel-Kathedrale die Stätte ihrer Krönung und Beisetzung.
Südlich des Wawel liegt das alte jüdische Viertel Kazimierz mit der ältesten Synagoge Polens. In diesem Viertel sowie in Auschwitz entstand Spielbergs Film ‚Schindlers Liste‘. Heute pulsiert insbesondere abends in den verschiedenen Restaurants das Leben bei alter volkstümlicher Musik. Geschichte und die Neubelebung des Viertels ziehen Einheimische aber auch Touristen aus aller Welt an.
Überall in Krakau wie auch in Auschwitz und Tschenstochau warf der für die nächsten Tage geplante Besuch von Papst Benedikt seine Schatten voraus: die Plätze für die Messfeiern unter freiem Himmel und die Straßen waren bereits vorbereitet und festlich geschmückt, wenn auch noch überall gewerkelt wurde. Alles zeigte die tiefe Gläubigkeit der Polen auf. Krakau stellte unumwunden den kulturell-geschichtlichen Höhepunkt der Reise dar.

4. Natürlich standen auch Auschwitz (Oswiecim) und Birkenau auf dem Programm der Gruppe. Auschwitz liegt ca. 70 km westlich von Krakau und südlich der Weichsel. Es war das größte Konzentrationslager des Dritten Reiches. Hier fanden etwa 1,3 Mio. Polen, Juden und andere Menschen den Tod. Mit Beklommenheit besuchte die Gruppe das Stammlager Auschwitz und dessen Aussenlager Birkenau, die heute Mahnmal und Gedenkstätte des Grauens sind. Die Rückfahrt nach Krakau fand in ruhiger und nachdenklicher Atmosphäre statt. Zu unvorstellbar war das erst 60 Jahre zurückliegende Geschehen.

5. Tschenstochau, der Wallfahrtsort der Schwarzen Madonna, ist das kirchliche Zentrum Polens, zu dem jährlich Hunderttausende Polen pilgern. Auch Papst Benedikt wird hier erwartet. Doch selbst an einem normalen Werktag war das Heiligtum so stark besucht, dass man die Ikone nur von Ferne betrachten konnte. Dabei war die tiefe Religiosität der Gläubigen beeindruckend. Am nächsten Tag konnte man im Fernsehen erkennen, dass über 0,5 Mio. Menschen den Gottesdienst von Kardinal Glemp und die Andacht von Papst Benedikt besuchten. Die Schwarze Madonna wird vor allem deshalb verehrt, weil man ihr zuschreibt, dass die Schweden 1655 den Jasna Gora wegen des Beistands der Madonna nicht erobern konnten.

6. Oppeln – wie ganz Schlesien – ist durch die kriegsbedingte Umsiedlung von Polen aus Polens früheren Ostgebieten geprägt, durch die der Einfluss der nicht geflüchteten Deutsch-Schlesier zurückgedrängt wurde. Letztere haben gegen erhebliche Widerstände eine Vereinigung der deutschen Minderheiten in Polen gegründet, der auch Mitglieder aus anderen Landesteilen Polens angehören. Deren Präsident, Pfarrer Globisch, empfing die Gruppe in der Deutsch-Polnischen Joseph von Eichendorff Bibliothek und legte ohne Beschönigung die Probleme und Situation der deutschsprachigen Minderheit in der Region und die daraus resultierende Situation der Kirche dar.
Auch in Oppeln spürt und sieht man – wenn auch nicht so stark wie in anderen polnischen Städten – den Wiederaufbauwillen, der sich bereits am Rathausmarkt und in der Altstadt abzeichnet. Allerdings fließen internationale Mittel hier wohl spärlicher als in anderen Städten.

7. Letzte Station der Reise war Breslau, die frühere Kapitale von ganz Schlesien, die stark unter Kriegseinwirkungen gelitten hatte. Inzwischen wurde aber die Innenstadt mit Leopoldina, Dom-Insel und Rathausmarkt wieder weitgehend restauriert; auch die Oper strahlt wieder in altem Glanz und die daran vorbei führende Straße zum Hauptbahnhof wird z.Z. als Fußgängerzone hergerichtet. Mehr als in anderen früheren deutschen Städten in Polen spürt man das deutsche Element: der Spielplan der Oper, Speisekarten u.a. liegen deutschsprachig vor, was nicht zuletzt auch den Tourismus fördern hilft: mit der Zeit wird Breslau neben Krakau wieder einen Touristenanziehungspunkt darstellen, zumal Breslau über zahllose Museen und Kultureinrichtungen verfügt und mit dem Rathausmarkt – ähnlich wie in Krakau und Posen – ein südländisches und offenes Flair besitzt, das insbesondere Theater- und Musikbeflissene anzieht. Auch die Verkehrsverbindungen (Straßen, Bahn, Flugzeug) unterstreichen die Attraktivität der Stadt. Am letzten Abend in Breslau gab es seitens der Gruppe ein Resümee: alle waren einhellig von der Fahrt, ihrer Organisation und vor allem den Erkenntnissen über unsere polnischen Nachbar begeistert und betonten unisono, dass Krakau den Höhepunkt der Reise gebildet hatte. Auch die Teilnehmer, die während der Reise Spurensuche betrieben hatten, waren zufrieden. . Abschließend traf sich die Mehrzahl zu einem Abschiedstrunk im Ratskeller.

8. Am 27. Mai ging es dann per Bahn über Lissa (Lezno) nach Posen und von dort über Berlin und Frankfurt nach Königstein zurück, wo die Gruppe nach 10-stündiger Fahrt wohlbehalten eintraf.
Rüdiger Meicherczyk





Polenreise Mai 2006: Reiseteilnehmer

(kursiv = Gäste)

Name, Vorname(n) Adresse Telefon, Handy, eMail
von Bernuth,
Wolf Dietloff + Ute
Im Haderheck 50a,
61462 Königstein
06174-5567, 0171-7707777
WolfDietloff@vonBernuth.de
Bruncken,
Pedro
Hohemarkstr. 17,
61462 Königstein
06174-7187
Pedro@Bruncken.de
Buck,
Renate
Am Lindenbaum 10,
61462 Königstein
06174-4983
Burckhardt,
Arno
Am Ellerhang 9a,
61462 Königstein
06174-5008, 0173-3277171
ArnoBurckhardt@hotmail.com
Bünemann,
Barbara
Nachtigallenweg 8B,
61462 Königstein
06174-931966, 0170-1672814
BBunemann@aol.com
Drescher,
Achim + Monika
Mühlweg 3,
61462 Königstein
06174-22974
Emmerich,
Karl Heinz
Stettiner Str. 27,
61449 Steinbach
06171-72364
Emmerich-Steinbach@t-online.de
Eschenbach,
Helga
Hainerbergweg 8,
61462 Königstein
06174-21354,
0173-6167269
Gadesmann,
Horst
Idsteiner Weg 30,
61479 Glashütten
06174-62160
Gawenda,
Peter
Wiesenstr. 13,
61462 Königstein
06174-21521
Haltmeier,
Dr.-Ing. Alexander + Jutta
Friedrichstr. 8,
61476 Kronberg
06173-67703
Henkel,
Franz-Josef + Gerda
Grüner Weg 2j,
61462 Königstein
06174-933030
Kleinert,
Peter + Frau
Hasengarten 33,
61440 Oberursel
06172-301803
Peter.Kleinert@gmx.net
König,
Toni + Elke
Kugelherrnstr. 12,
61462 Königstein
06174-1837
Meicherczyk,
Rüdiger + Renate
Wallstr. 6,
61462 Königstein
06174-3704, 0176-51119079
Meicherczyk@t-online.de
Nack,
Rosemarie
Egerländer Str. 16,
65779 Kelkheim (Fischbach)
06195-62366
Meyer-Witting,
Christl
Rombergweg 4a,
61462 Königstein
06174-209484
Reimer,
Karl-Friedrich + Ingrid
Schwalbacher Str. 3,
61462 Königstein
06174-4721
Reuter,
Michael + Dagmar
Höhenblick 2a,
61462 Königstein
06174-931701
Dagmar@Reuter-Koenigstein.de
Sattler-Dornbacher,
Dr. Erich + Dr. Sonja
Am Waldfeld 15,
65812 Neuenhain
06196-21245,
Fax 06196-21248
Schwope,
Klaus + Gudrun
Im Fasanengarten 5c,
61462 Königstein
06174-4997, 0177-7896961
Klaus.Schwope@t-online.de
Thiemeyer,
Antonius
Le-Mêle-Str. 11
61462 Königstein
06174-4207
Vollmer,
Dieter + Hannelore
Haintürchenstr. 4B,
61462 Königstein
06174-22852
Wiesehöfer,
Dr. Philipp + Mechthild
Bischof-Kaller-Str. 1b,
61462 Königstein
06174-7953, 0170-5543725
P.Wiesehoefer@web.de






Reiseroute (rot: deutscher/englischer Internet-Link vorhanden): Königstein - Kurnik - Kalisz - Krakau - Auschwitz/Birkenau - Tschenstochau - Oppeln - Breslau - Königstein (siehe auch die Karte)

Samstag
20. Mai 2006
06:01 Uhr Abfahrt vom Bahnhof Königstein über Frankfurt nach Posen, Ankunft in Posen um 15:32 Uhr; Transfer nach Gadki bei Kurnik, Hotel Zajazd "Non-Stop" (ul. Dworcowa 1, 62-023 Gadki, +48-61-8-171-300, eMail: zajazd@non-stop.prv.pl) - Hotelbezug - Teilnahme am "Fest der weißen Dame"
Sonntag
21. Mai 2006
Teilnahme am "Fest der weißen Dame" - Besuch von Schloß und Park Kurnik - evtl. Exkursion nach Posen
Montag
22. Mai 2006
08:00 Uhr Abfahrt nach Krakau mit Stop in Kalisz: älteste Siedlung Polens mit interessanter Geschichte - und Kielce (Schloß der Krakauer Bischöfe und Kathedrale) - Ankunft in Krakau gegen
18.00 Uhr - Hotelbezug im Hotel "Orbis Cracovia" *** (ul. Marsz. F. Focha 1, 30-111 Kraków, Sródmiescie; +48 12 424-56-00, eMail: cracovia@orbis.pl) für drei Nächte - Abendessen - abendlicher Stadtbummel
Dienstag
23. Mai 2006
08:30 Uhr Frühstück
10:00 Uhr Stadtrundgang: Besuch des Wawel-Schlosses mit Königsgemächer und Krönungskathedrale - Mittagspause - dann: Hauptmarkt mit Marienkirche, Tuchhallen, Alte Universität- St. Andreas Kirche (11. Jhdt.) und Peter und Paul Kirche (17. Jhdt.) - anschließend Freizeit (Café: Jama Michalikowa - oder Nationalmuseum "Sammlung der Fürstin Izabella Czartoryska" - Abendessen - (anschließend evtl.) Besuch eines "Klezmer Konzerts" im jüdischen Viertel "Kazimierz")
Mittwoch
24. Mai 2006
08:30 Uhr Frühstück
10:00 Uhr Besuch des jüdischen Viertels "Kazimierz" mit Alter Synagoge, jüdischem Friedhof - Schindlers kleine Emaillefahrik -Mittagspause (evtl. in einem jüdischen Restaurant) - 13:30 Uhr Fahrt nach Auschwitz / Birkenau (Führungen) - Rückfahrt nach Krakau evtl. über Bielsko-Biala und Wadowice - Abendessen
Donnerstag
25. Mai 2006
08:00 Uhr Frühstück
09:00 Uhr Fahrt nach Tschenstochau (religiöses Zentrum Polens) - Besuch des Museums und des Klosters - Mittagspause - Weiterfahrt zum Annaberg (religiöses Zentrum Schlesiens) und nach Oppeln (Begegnung mit dem deutschen Kulturverein) - Weiterfahrt nach Breslau - Hotelbezug im "Hotel Europejski" *** (ul. Pilsudskiego 88, 50-017 Breslau, +48 71 343 1071) für zwei Nächte - Abendessen
Freitag
26. Mai 2006
08:00 Uhr Frühstück
09.30 Uhr Stadtrundgang in Breslau: Altstadt mit Markt und Rathaus - Dominsel -jüdischer Friedhof - Mittagspause - nachmittags zur freien Verfügung - Abendessen
Samstag
27. Mai 2006
06:00 Uhr Frühstück;
07:42 Uhr Abfahrt Bahnhof Breslau; Rückfahrt über Frankfurt, Ankunft in Königstein um 19:22 Uhr


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