Luxemburg ist eine Reise wert


Die Reisegruppe
Die Reisegruppe


Vom 24. – 26.10.2007 machten sich 14 Mitglieder und Freunde des Partnerschaftsvereins und vier Damen und Herren des Kórniker Partnerschaftsvereins auf eine gemeinsame Studienfahrt nach Luxemburg. Ziel war es, nach dem Europäischen Parlament in Straßburg (2006) dieses Mal mit dem Europäischen Rechnungshof und dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg weitere europäische Institutionen kennen zu lernen und die europäischen Kenntnisse und Beziehungen zu vertiefen.

Die Hinfahrt im modernen Reisebus führte durch den Hunsrück und über die Eifelautobahn nach Schweich an der Mosel, wo die Reisenden einen Mittagsimbiss einnahmen, bevor es dann an Trier vorbei weiter nach Luxemburg ging. Herr Schwope hatte für die Teilnehmer wieder eine kleine Broschüre über das Programm und die Stationen in Luxemburg vorbereitet.

Das Hotel lag in Foetz bei Esch/Alzette, etwa 20 km südlich von Luxemburg Stadt. Nach dem Einchecken ging es dann auch gleich mit dem Bus zum Europaviertel, wo der Besuch des Europäischen Rechnungshofes als erster Programmpunkt wartete. Jedes Mitgliedsland der Europäischen Union entsendet einen Vertreter an dieses Organ der EU.

„Dem Europäischen Rechnungshof obliegt die unabhängige Prüfung … über alle Einnahmen und Ausgaben der Europäischen Union. … Der Hof prüft, inwieweit die Finanzoperationen ordnungs-gemäß erfasst, rechtmäßig und ordnungsgemäß ausgeführt und im Sinne eines sparsamen, wirtschaftlichen und wirksamen Einsatzes verwaltet werden." Allerdings entbehrt der Hof jeglicher Sanktionsmöglichkeiten. Aber schon allein die Existenz des Rechnungshofes bewirkt dass der Europäische Rat und die Mitgliedsländer sorgfältiger mit den Finanzen umgehen.

Abends besuchte die Gruppe dann in der Philharmonie ein Konzert des Cleveland Orchestra, das unter der Leitung seines Dirigenten Welser-Möst Mozarts Symphonie Nr. 28 C-Dur und Bruckners unvollendete neunte Symphonie spielte. Alle Zuhörer waren restlos begeistert von diesem Kunstgenuss

Am Donnerstag Morgen stand dann zunächst eine Rundfahrt durch Luxemburg Stadt auf dem Programm. Die Hauptstadt Luxemburgs hat etwa 90.000 Einwohner und liegt an der Alzette. In der Vergangenheit war das Großherzogtum eher durch Tourismus geprägt, da die Stadt topographisch malerisch in Unterstadt (= Grund; an der Alzette) und Oberstadt (Stadtzentrum, Palast etc.) gegliedert ist. In den Felsformationen sind noch die spätmittelalterlichen Kasematten zu besichtigen. Seit Gründung der Europäischen Gemeinschaften entwickelte sich das Land zu einem Europäischen Finanzzentrum, in dem heute viele Europäische Institutionen (auf dem Kirchberg) angesiedelt sind.

Nach der Rundfahrt mit dem Bus erkundete die Gruppe die Stadt dann noch mit Ihrem Führer zu Fuß, bevor es dann weiter nach Echternach ging. Die Grenzstadt zu Deutschland hat bereits Wurzeln in römischer Zeit. Sehenswert ist die Basilika, deren Gründung im Jahre 698 auf den heiligen Willibrod zurückgeht. Echternach ist damit Luxemburgs älteste Stadt.

Nach Besichtigung der Basilika und einem Mittagsimbiss fuhr die Gruppe entlang der Grenzflüsse Sauer und Our nach Vianden, wo die wiederaufgebaute Burganlage besichtigt wurde.

Burg Vianden
Besuch der Burg Vianden


Die Burg Vianden stammt ursprünglich aus dem 11. – 14. Jahrhundert und war eine der größten und schönsten Residenzen der romanischen und gotischen Zeit. Um 1820 wurde die Burg verkauft und anschließend als Steinbruch für den örtlichen Hausbau genutzt. 1890 fiel die Ruine dann an die großherzogliche Familie und wurde 1977 vom luxemburgischen Staat übernommen, der sie seit-her restauriert.

Durch die herbstlich gefärbte schöne Mittelgebirgslandschaft ging es dann zurück nach Luxemburg Stadt, Hier bestand die Gelegenheit, die Innenstadt nochmals auf eigene Faust zu erkunden. Um 19.00 Uhr trafen sich die Teilnehmer dann alle im Restaurant Academie zum gemeinsamen Abendessen.

Im Europäischen Gerichtshof
Im Europäischen Gerichtshof


Der Freitag und letzte Tag der Studienfahrt führte die Gruppe zunächst nochmals zum Kirchberg, wo der Europäische Gerichtshof besucht wurde. Unter kundiger Führung eines Luxemburgers wurde der bereits 1952 gegründete Gerichtshof der Gruppe näher gebracht. Der Hof verfügt über je einen Richter aus jedem Mitgliedsland. Im Gegensatz zum Rechnungshof sind aber alle Sprachen gleichberechtigt, was zu einem hohen Aufwand an Dolmetschern führt; jeder Dolmetscher hat über seine sprachliche Qualifikation hinaus auch noch eine volljuristische Ausbildung. Der Hof gewährleistet, dass das EU-Recht in allen Mitgliedsländern auf gleiche Weise ausgelegt und angewendet wird.

Anschließend traten die Teilnehmer die Heimreise an, die über Remich, Mettlach, Saarbrücken, Völklingen und Kaiserslautern nach Wiesbaden und schließlich nach Königstein führte, wo die Gruppe gegen 16.00 Uhr wohlbehalten eintraf. Am Samstag Nachmittag traten die polnischen Freunde ihre Rückreise nach Kórnik an.

Königstein, den 06.11.2007